G H B :


Die (seit Jahrzehnten und so gut wie weltweit geltende) Drogenpolitik verbietet, jung wie alt, den Gebrauch aller psychoaktiver Substanzen mit Ausnahme von Alkohol und Tabak.
Begründet wird das mit der Gefährlichkeit dieser Substanzen, und damit, dass die Menschen damit nicht umgehen können. Sie würden süchtig, krank, und asozial. Und tatsächlich gibt es Drogen, mit denen Menschen nur schwer umgehen können, wie Heroin, Crack und Crystal Meth.

Die ersten Probleme mit dieser Rechtfertigung (und ja, es bedarf schon einer guten Rechtfertigung, um Milliarden Menschen den Konsum von Pflanzen zu verbieten, derer sich die Menschheit Jahrtausende lang bedient hat) erkennt man jedoch, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Alkohol und Tabak mit die giftigsten und suchterzeugendsten Drogen von allen sind: Alkoholsucht ist die (stoffliche) Sucht Nummer 1, und an ihren Folgen sowie an denen des Tabakkonsums sterben viele Menschen. Und nur wenige der illegalen Drogen sind suchterzeugend, und noch weniger sind toxisch.
Wenn aber der Schutz der Bevölkerung vor ihren eigenen Süchten und Schwächen als Motiv einer genaueren Inspektion nicht standhält, was sonst kann dann die geltende Totalprohibition rechtfertigen?
Gibt es denn ein "Recht auf Rausch" mit einer ungiftigen und nicht suchterzeugenden Droge? Ein Recht also, vorübergehend alternative Bewusstseinszustände zu erreichen, meditative, oder angeregte, oder einfach nur andere...

Eine hypothetische Droge, die absolut ungiftig und leicht zu handhaben wäre, und die absolut keine Sucht oder sozialen Probleme auslöste, wäre das Züngelchen an der Waage. Der Indikator dafür, ob die Prohibitioon weicher Drogen irgend eine Legitimation besitzt, oder reine staatliche Willkür und menschenrechtswidrigen Machtmissbrauch darstellt.

Zum Glück gibt es eine solche Droge, und die Frage ist keineswegs bloß hypothetisch. Diese Droge heißt GHB, Gamma Hydroxy Buttersäure, oder gamma-hydroxy-butyric acid.
Mit ihr können wir die Frage beleuchten:

Wie würde die Menschheit mit einer perfekten Droge umgehen?

Mit einer Droge also, die ungiftig ist, die keine Sucht auslöst, deren Rausch berechenbar und stabil ist, der kommunikativ macht und sozialisierend wirkt, der den Berauschten nicht aggressiv macht sondern neugierig und interessiert an anderen Menschen, und der die Lust auf Berührung und Sex steigert...
Von der Antwort auf diese Frage ließe sich ableiten, ob die Prohibition von "Drogen" auch nur einen Funken Legitimation besitzt.

Und wir werden sehen:
obwohl sie weder giftig ist noch süchtig macht, wird diese perfekte Droge als "Suchtgift" bezeichnet, es werden von staatlicher Seite Lügen über ihre Eigenschaften verbreitet und den Menschen Angst vor ihr gemacht. Sie soll eine "Designerdroge" sein (also chemisch erzeugt, ohne natürliches Vorkommen und medizinische Anwendung), und eine date-rape drug (also K.O.-Tropfen). Damit sollen Frauen, ohne dass sie eine Chance haben, es zu bemerken, betäubt und die Erinnerung an ihre anschließende Vergewaltigung gelöscht werden können.
Aber ist das wirklich so?


GHB ist eine Substanz, die in jeder Zelle des menschlichen Körpers vorkommt, und in vielen unserer Lebensmitteln, vor allem in Fleisch. Sie ist unserem Körper also nicht fremd, und sie ist absolut ungiftig.
GHB löst einen Rausch aus, der mit dem von Alkohol ausgelösten vergleichbar ist. Ein Mensch, der Erfahrung mit Alkohol hat (was so ziemlich jeden einschließt) wird also auch mit GHB umgehen können. Der Rausch ist nicht schwer zu steuern und zu analysieren (so wie es selbst der von Cannabis eigentlich ist), sondern absolut berechenbar. Die Intensität des Rauschs ist linear dosisabhängig (und kennt keine Plateaus wie z.B. Ketamin). Die Verabreichung erfolgt in flüssiger Form und oral, es entstehen also auch aus ihr keine Gefahren oder Nachteile (wie beim Rauchen, Schnupfen oder Injizieren anderer Drogen).

Eine Überdosierung ist nicht gefährlich. Sie führt zwar zu einem tiefen Schlaf, und bei noch höherer Dosis sogar zu einen komaähnlichen Zustand, doch selbst der ist nicht lebensbedrohlich und man erwacht nach ein paar Stunden von selbst aus ihm, ohne Folgeschäden, und ohne Kater. Im Gegenteil ist man durch den "rebound"-Effekt des Neurotransmitters GABA, auf den GHB wirkt, wacher als zuvor.

GHB versetzt einen in einen etwas kindlichen, begeisterungsfähigen Zustand, in dem man aufgeschlossen ist und auch etwas enthemmt, aber nicht zu Selbstüberschätzung neigt oder weinerlich oder aggressiv wird, wie unter dem Einfluss von Alkohol.

Kurzum, GHB ist eine wirklich positive und sichere Sache...
Es wurde ja auch in der Humanmedizin eingesetzt, als Narkosemittel, lange Zeit.

Es gibt bei GHB bloß eine Gefahr: man darf es nicht mit hohen Dosen an Alkohol, Opiaten oder Schlafmitteln mischen, denn dann droht Atemstillstand.
Doch wäre das dann eine Folge des GHB-Konsums, oder des Schlafmittel- bzw. Opiatkonsums? Hohe Dosen von Schlafmitteln oder Opiaten alleine können ja schon Atemstillstand auslösen, und hohe Dosen von GHB alleine vermögen das nicht.
Also: nein, das ist keine Eigenschaft von GHB, sondern der Substanzen, die man nicht mit ihm gemeinsam zu sich nehmen soll.

Was wäre also nötig, um eine "neue" Droge mit besagten Eigenschaften in eine bestehende Konsumsituation einzuführen (sprich, sie Menschen zur Verfügung zu stellen, die nun einmal Alkohol trinken und Schlafmittel benutzen)?
Eine wahrheitsgemäße Aufklärung.
Doch die leistet die staatliche Drogenpolitik nicht. Hat sie nie, und wird sie nie...

Seit den 1990ern verfolgen wir die Politik GHB betreffend, die, wie üblich, von den USA ausgeht. Dort hat die F.D.A. (die Food and Drug Administration) GHB quasi per Dekret zur date-rape drug erklärt. Und wie von vielen anderen Beispielen bekannt (GMOs, Aspartam, etc.) tat sie das nicht basierend auf wissenschaftlichen Untersuchungen, sondern einfach durch Behauptungen ohne jeden Beweis. Durch Presseerklärungen, die den Status von Gesetzen erlangten, ohne solche zu sein.

Wie konnte man GHB als K.O.-Tropfen bezeichnen, wenn es die propagierten Eigenschaften einer solcher Substanz, nämlich Opfer willenlos zu machen und ihren die Erinnerung an eine Vergewaltigung zu rauben, nicht hat?
GHB macht ja nicht willenlos. Und man kann sich (außer bei hohen Dosierungen, die ja quasi bewusstlos machen) hinterher an alles erinnern, was während des Rausches stattfand.
Nun, das gelang, indem man ihm kurzerhand Eigenschaften einer anderen Substanz zuschrieb, nämlich die von Rohypnol.
Rohypnol ist ein legales Medikament, ein Schlafmittel. In Kombination mit Alkohol macht es gleichgültig, und hinterher kann man sich an die Stunden des Rauschs in der Tat so gut wie nicht mehr erinnern.
Die Mischung von Rohypnol und Alkohol ist unter Opiatkonsumenten z.B. am Wiener Karlsplatz (als "Wiener Mischung") beliebt, weil sie eine billige Alternative darstellt, Entzugserscheinungen lindert und einen die Sinnlosigkeit dieser Daseinsform vergessen lässt.

Das österreichische Frauenministerium schaltet regelmäßig Inserate in Tageszeitungen, die vor K.O.-Tropfen warnen. Doch was bringt so eine Warnung, wenn man die Eigenschaften der Substanz, vor der man warnt, nicht nennt, bzw. sie sogar verfälscht?
GHB schmeckt salzig (halb sie salzig wie die gleiche Menge Kochsalz). Wird es einem in einer Dosis, die ausreicht, um einen zu enthemmen, in den Drink gemischt, schmeckt man das also.
Wenn man weiß, dass es salzig schmeckt...
Doch das sagt das liebe Ministerium nie dazu.
Würde man es fragen, würde es behaupten, es ginge ja eigentlich um Rohypnol, nicht GHB.
Und doch wird seine angebliche Eignung als K.O.-Tropfen dazu benutzt, GHB zu kriminalisieren.
An der Wahrheit vorbeigewunden, wie üblich...
Es werden sogar Filme gemach und im Fernsehen gezeigt, die vor GHB warnen, und in denen Frauen dargestellt werden, die vergewaltigt werden, und denen hinterher niemand glaubt. Eine tragische Erfahrung, die nicht kleingeredet werden soll. Aber was bringt es, sie GHB anzulasten, wenn sie eigentlich von Rohypnol ausgelöst wird? Den Frauen erweist man damit jedenfalls keinen Dienst. Im Gegenteil enthält man ihnen die Information, die nötig wäre um sich zu schützen, vor.

Kommt es unter dem Einfluss von GHB zu Sex, kann man von einer Bereitschaft der Partner ausgehen, denn es enthemmt zwar, aber macht nicht willenlos und gefügig. In dieser Hinsicht ist es genau so wie Alkohol: auch der enthemmt, macht aber nicht willenlos.

GHB wird seit vielen Jahren erfolgreich beim Entzug von Alkohol- und Opiatsucht eingesetzt. Es hilft den betroffenen Menschen nicht nur, Entzugserscheinungen zu ertragen, sondern auch, eine positive Einstellung zu ihrem Körper zurückzugewinnen, die ihnen in den Jahren der Abhängigkeit, in denen sie oft schädliche Dinge tun müssen um ihre Sucht zu befriedigen, leicht abhanden kommt und sie zynisch macht.
Doch das interessiert normalerweise keine Suchtklinik...
Die Eigenschaften von GHB sind in der Regel nicht einmal Ärzten bekannt, und wenn ein Jugendlicher in "drogeninduziert komatösem" Zustand ins Spital eingeliefert wird, wird er auf jeden Fall einmal künstlich beatmet. Daran ist nichts auszusetzen, denn man weiß ja nicht, was er alles konsumiert hat. Und er mag es ja vielleicht nicht einmal selbst wissen...
Bilder von jungen Menschen, die mit Schläuchen aus Mund und Nase auf der Intensivstation liegen, werden dann jedoch (zumindest aus den USA wissen wir das) von Polizei und Behörden dazu benutzt, um die Bevölkerung vor den "Folgen von GHB" zu warnen. So wird eine an sich ungefährliche Substanz zu einer tödlichen Bedrohung der Jugend hochstilisiert, und besorgte Eltern fordern dann von den Politikern ein hartes Vorgehen gegen diese neue Gefahr.
Die naheliegende Lösung des Problems, nämlich eine sachliche Aufklärung, ist offenbar keine Option.

Nach Jahren der Desinformation ist in der Gesellschaft die Vorstellung etabliert, dass alle psychoaktiven Substanzen gefährlich sind. Und so gelingt die Verteufelung einer neuen Droge ohne jede Anstrengung, beinahe automatisch. Sie wird einfach als "Suchtgift" bezeichnet, und "gefährlich" genannt, ohne auch nur mit einem Wort auf ihre Eigenschaften einzugehen.
In Sexshops wurde GHB lange als "Liquid Ecstasy" verkauft, und in Japan in Straßenständen, doch nun nicht mehr (wenn wir richtig informiert sind). Doch wieso sollte das irgendjemanden aufregen? "Drogen" gehören ja verboten, oder nicht?

GHB kann man leicht selbst herstellen, und der Prozess ist sehr sicher. Man benötigt dazu die handelsüblichen Substanzen Butyrolactone und Natronlauge, die man einfach kombiniert. Natürlich sollte man das optimale Mischungsverhältnis kennen, doch selbst wenn man das nicht erreicht, entstehen dadurch keine Probleme, weil Butyrolactone selbst schon ähnliche Eigenschaften hat wie GHB, und nicht toxisch ist. Nur der pH-Wert sollte wieder auf 7 bis 8 gebracht werden, z.B. mit Zitronensäure, und wer das Produkt mit Aktivkohle filtern will, um etwaige Unreinheiten zu entfernen, liegt auch nicht falsch.
Allerdings sind die Angestellten der Chemiefachhandlungen auch schon hierzulande von den Behörden (natürlich ohne rechtliche Grundlage) angehalten, an des Drogenkonsums verdächtig aussehende Personen keine Butyrolactone mehr zu verkaufen.
In den USA geht man noch weiter: dort wurden Verkäufer auch schon inhaftiert, obwohl es auch dort keine rechtliche Grundlage für dieses Vorgehen gibt. Die F.D.A. schaffte es nicht, GHB auf Bundesebene zu kriminalisieren, und versuchte es danach auf Landesebene. Sie verbreite Lügen (nannte GHB z.B. eine "illegale Substanz") und schürte Ängste (z.B. indem sie sagte, jeder, der nach der Einnahme von GHB "drowsiness" verspüre, solle sofort zum Arzt gehen. Dabei ist "drowsiness" eine erwartbare Wirkung von GHB...).
Leider ist diese Institution so mächtig (und selbst europäische Behörden übernehmen ihre Einschätzungen von Substanzen quasi automatisch und ungeprüft), dass allein eine Presseaussendung ausreichte, in der sie GHB als illegal und gefährlich darstellte, um alle ihre weiteren Aktionen zu begründen und zu rechtfertigen.
Mittlerweile gilt GHB als verboten, und ebenso seine Vorläuferstoffe, was nebenbei einen guten Teil unserer Nahrungsmitteln zu Suchtgiften erklärt, und den gesamten menschlichen Körper für illegal (denn er enthält ja GHB).

GHB hat, abgesehen von seiner Eignung als Narkotikum, auch noch andere medizinische Anwendungen: seine Eigenschaft, in höheren Dosen einen tiefen Schlaf auszulösen, hilft Narkolepsiepatienten ihren Schlafrhythmus zu bestimmen. Im GHB-induzierten Schlaf werden zudem Wachstumshormone ausgeschüttet, was Bodybuilder dazu veranlasste es zum Muskelaufbau zu verwenden.
Außerdem hebt GHB die Stimmung...
Doch dass der Nutzen einer "Droge" für die Humanmedizin verschwiegen wird, um sie als gefährliches Suchtgift darstellen zu können, ist eine jahrzehntelange Praxis, die man von Cannabis, Ketamin (von dem bloß jeder weiß, dass es ein "Pferdebetäubungsmittel" ist), LSD sowie den Opiaten kennt.

Da GHB die Stimmung anhebt und als Hilfe beim Einschlafen benutzt werden kann, stellt es nicht nur eine Gefahr für das Geschäft mit Alkohol dar, sondern auch mit Antidepressia und Schlafmitteln. Und diese Märkte sind, wie wir wissen, milliardenschwer.
Eine wahrheitsgemäße Aufklärung über die Eigenschaften von GHB sowie ein vernünftiger Umgang mit ihm ist also ausgeschlossen.

Und das ist die Antwort auf die Frage, was die Menschheit mit einer perfekten Droge machen würde...

GHB war lange Zeit unter dem Markennamen "Alcover" über den Internethandel verfügbar, bevor das von den Behörden unterbunden wurde.
Je weiter die Kriminalisierung fortschreitet, desto wahrscheinlicher wird es, dass GHB auf dem Straßenmarkt angeboten wird. Eine Kontrolle seiner Reinheit ist dann natürlich nicht mehr möglich. Etwaige negative Folgen auf die Konsumenten, die durch Verunreinigungen oder absichtliche Beimengungen anderer Substanzen entstehen, sowie etwaige Todesfälle, die daraus resultieren dass die Bevölkerung nicht wahrheitsgemäß über die Eigenschaften von GHB informiert wird, werden dann natürlich GHB zugeschrieben, was seine Prohibition nur weiter zementiert.
Ein Muster, das man von Opiaten kennt (denn jeder "Drogentote" ist eigentlich ein "Drogenpolitiktoter"), vom "Krieg gegen den Terror", vom "Klimawandel", und, und, und...
"Problem - Reaction - Solution" eben...




Zu den ersten, die über GHB informierten und die die amerikanische Politik es betreffend beleuchteten, zählten Dean, Morgenthaler und Fowkes, die eine Bewegung um "Smart Drugs" ins Leben riefen, mit Newslettern und Website, und diesem Buch:
"GHB, the Natural Mood Enhancer", von Ward Dean, M.D., John Morgenthaler und Steven Wm. Fowkes, ISBN 0-9627418-6-8

Morgenthaler ist Wissenschaftspublizist und hat mehrere Bücher über smart drugs geschrieben, also über Substanzen, die die Gehirntätigkeit verbessern oder den Alterungsprozess verlangsamen (was man heute anti-aging nennt).
Steven Fowkes ist Direktor des Cognitive Enhancement Research Institute (CERI), das neben GHB auch über viele andere nützliche Substanzen informiert (oder informierte).

In ihrem Buch beschreiben die Autoren nicht nur die Eigenschaften von GHB, sondern geben auch Anleitungen zu seiner Herstellung, erklären, wie es zur (damals erst teilweisen aber fortschreitenden) Prohibition kam, und wie Jahrzehnte der Forschung und Anwendung in der Humanmedizin, in denen GHB als absolut unbedenklich erkannt worden war, durch reisserische Medienberichte beiseite gewischt wurden.
Sie nahmen sich kein Blatt vor den Mund und bezeichneten das ungesetzliche Vorgehen von F.D.A. und D.E.A. als erschreckenden Missbrauch von Regierungsgewalt.
Da die europäische Drogenpolitik eng auf die amerikanische abgestimmt ist, hatte all das auch Auswirkungen auf unsere Leben...




Nachtrag 1:
Im Sommer 2008 kam es in Berlin und Brandenburg zu einer Reihe von Razzien, die Herstellern von GHB galt. Nicht nur wurden ihre Wohnungen und Keller durchsucht ("Drogenlabore ausgehoben", wie man es danach nannte), sondern auch ihre Nachbarn wurden evakuiert mit der Begründung, die verwendeten Substanzen seien explosiv und dienten zur Herstellung von Sprengstoff.
In der Berichterstattung der Medien wurde diese Vorgehensweise natürlich nicht hinterfragt, und die Betroffenen wurden darin natürlich als "Drogendealer" bezeichnet.
Indem sie GHB in Verbindung mit Sprengstoff brachten, benutzten die Behörden die Angst der Bevölkerung vor Terroristen, um gegen ein unliebsames Rauschmittel vorzugehen. Sie leisteten damit auch dem Denunziantentum Vorschub, will doch niemand sprengstofferzeugende Wahnsinnige in seiner Nachbarschaft haben. Dass die Aktivitäten der Betroffenen niemandem Schaden zufügten, spielte offenbar keine Rolle. Wie immer ging es nicht um die Wahrheit, sondern nur darum, was man der Bevölkerung einreden kann. Ob die Verhafteten jemals angeklagt und verurteilt wurden, erfuhren wir natürlich nicht. Was in den Köpfen von Millionen Menschen hängenblieb, war nur, dass GHB ganz, ganz böse ist.

Nachtrag 2:
Jahreswechsel 2008/2009: unmittelbar nachdem in den Medien die "Schreckensmeldung" verbreitet wurde, dass sich "unsere Kinder mit Spice zudröhnen", wurde es verboten. Als Begründung wurde angegeben:
"Man weiß zu wenig über diese Droge" (Und anstatt ihre Wirkung zu untersuchen, verbot man sie daher einfach...)
"Sie löst einen Rausch aus und ist somit suchterzeugend." (Denn Rausch führt ja angeblich automatisch zu Sucht...)
"Die Inhaltsstoffe variieren, und wir müssen unsere Kinder davor schützen." (Variierende Inhaltsstoffe bzw. Konzentrationen zeigen alle natürlichen Substanzen. Das unterscheidet sie von den chemischen Medikamenten der Schulmedizin.)
Man kann also nur hoffen, dass Spice nun, da seine Erzeugung und sein Vertrieb in die Hände von illegalen Dealern gelegt wurde, sauberer und sicherer wird, und die Konsumenten wahrheitsgemäß über seine Wirkung aufgeklärt werden...
Die Parallelen zu GHB sind offenkundig: es geht bei der Kriminalisierung einer Droge nicht um ihre Eigenschaften...

Nachtrag 3:
10. Februar 2011: ARTE zeigt die Eigenproduktion (zusammen mit dem ZDF) "Es war einer von uns" von Kai Wessel. Darin geht es (schlecht gespielt und mit platten Dialogen) um eine junge Frau, die von einem Bekannten mit K.O.-Tropfen betäubt und vergewaltigt wird und sich danach an nichts erinnern kann und verzweifelt nach dem Täter sucht. Die K.O.-Tropfen werden als GHB benannt.
Natürlich sind das nicht die Eigenschaften von GHB, und natürlich wird mit keinem Wort erwähnt, dass man GHB am Geschmack erkennen kann...
Weil nicht Aufklärung und Schutz der Menschen das Ziel ist, sondern Angst zu schüren...